markus hofer
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
herzkampagne

… und ein zaudern und zögern, ein paar hastige züge an zigaretten: „sollte ich mich denn aufgeben?“ (Ich) „nein! hingeben!“ (Du) und im ersten licht, frühnebellicht, dann doch wieder eine hoffnung – hinweg über die angstträume, angsträume …
„ich hatte dich doch gebeten, noch etwas zu bleiben“ (Ich); meine nasenspitze in deinem ohr, die muscheln glänzend vergraben und ein rochen verendet geruchlos im sand
du konntest das alles nicht wissen, nicht ahnen: mein ahnengeheimnis im hintersten mundwinkel vergraben, wie damals deine tränen seitwärts im kragen versteckt … und meine gepflasterten hände tappten im dunkel, draußen schlug die turmuhr in eine seidene stille, und der abgeschnittene baum im garten wuchs weiter nach unten – hinein in die erde …
dann: ein pinsel im glas (verkehrt) - also blume, aus fremden augen betrachtet, schüchtern … und draußen vor´m eingang: das grauen als schatten …
doch wir gingen hindurch, buntbehütet, schwenkten unsere arme hinein in einen erstaunlich stillen morgen, verschluckten den schatten, lachten ihn wieder aus – bis die lärmenden glocken allen geist vertrieben …
„und wo warst du denn damals, als ich mir die haare raufte?“ (Du) „irgendwo im fernweh verstrickt; goldgräberland, als dort kaum noch etwas zu finden war“ (Ich) …
„wie gerne hätte ich … aber ich war von dir unbeachtet … du schienst wild! irritiert! allein!“ (Ich) …
ich war vielleicht nicht verwegen genug – aber dann: dann kamen wir beide auf abwege, über umwege zu uns
„doch du wusstest … dass wir einander lieben würden?“ (Du) „ich wusste wir könnten aber du gabst mir kein zeichen“ (Ich) – „ich war das zeichen!“ (Du)