markus hofer

orfeus kharm

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Der vorangestellte Titel, zu deutsch: Zwischenfälle, bezieht sich zum Einen auf die Arbeitsweise der reproduzierten Objekte, zum Anderen auf die gleichnamige Textsammlung des russischen Dichters, Zeichners und Performers Daniil Charms. Im Rahmen künstlerischer Spurensuche werden Abfälle als Zwischen- oder Zufälle gesammelt und zu Objekten montiert. Dieses Montieren, dieses Zusammenfügen also Verdichten von verstreut Vorgefundenem ist gleichsam ein Dichten mit anderen Mitteln. Es entstehen „Texturen“, die die Grundlage einer alternativen Archäologie bilden und insofern auch als Gegenstand der Ethnologie gelesen werden können. Die oft „sinnlos“ scheinenden Materialfragmente und die in ihnen gespeicherte Geschichte, teils zu figurativen Objekten verdichtet, teils hermetisch gegen jeden Sinn als Bedeutung arrangiert, „schreiben“ Kulturgeschichte anders. Thematisiert werden so auch Aufzeichnungsverfahren, wobei das herkömmliche Medium Schrift eine untergeordnete Rolle spielt. Diese Aufzeichnungsverfahren folgen keiner herrschaftlichen Logik, sondern einer aus dem Zufall resultierenden Ästhetik. (siehe auch: мой музей ненужных вещей sowie vierdimensionale gedichte) ok